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Für Dolmetscherinnen und Dolmetscher

Im Bereich der psychosozialen Beratung und der medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung kommt es immer wieder zu Situationen, in denen die Kommunikatione zwischen Migranten, Flüchtlingen und Folteropfern einerseits und den Professionellen im Gesundheitswesen andererseits schwierig wird, insbesondere wenn die Deutschkenntnisse der Klienten für eine wirkliche Verständigung nicht ausreichen und den betreffenden Institutionen keine eigenen Dolmetscher zur Verfügung stehen.


Unsere regelmäßigen Dolmetscherfortbildungen richten sich sowohl an professionelle als auch an sogenannte Laiendolmetscher, die sich für den Einsatz in Therapie und psychosozialer Beratung qualifizieren wollen. Die Fortbildung findet an zwei Tagen jeweils ganztägig statt. Sie schließt mit einem schriftlichen Zertifikat ab. Von den TeilnehmerInnen erheben wir für diese Kurse einen Kostenbeitrag von 90,00 €.

 

 

Inhalte der Fortbildung

 

1. Dolmetschen in Beratung und Psychotherapie - mit praktischen Übungen

  • Grundregeln für das Übersetzen in Beratung und Therapie
  • Setting und Gesprächsdynamik in der Dreier-Situation (Triade),
  • Rolle und Verantwortung der Therapeuten/Berater und der Dolmetscher
  • Wichtige Vereinbarungen zwischen Dolmetschern und Therapeuten/Beratern
  • Simultane oder konsekutive Übersetzung?
  • Dolmetscher als Interpreten: Sinngemäßes oder wörtliches Übersetzen?
  • Medizinische/Psychotherapeutische Fachsprache und ihre Übersetzung für Klienten

  

2. Vertiefung zu speziellen belastenden Themen im Umgang mit Flüchtlingen und Migranten

  • Psychische Traumatisierung durch Gewalt
    • Auswirkungen traumatischer Erlebnisse auf Erwachsene, Kinder und die Familiendynamik
    • Dolmetschen für psychisch kranke Klienten
    • Hilfsangebote im Gesundheitssystem für betroffene Eltern und Kinder.

     

    3. Eigene psychische Schutz- bzw. Abwehrmechanismen im Umgang mit belastenden Situationen

    • Zu wenig oder zu viel Abgrenzung
    • Individuelle Entlastungsstrategien
    • Notwendige Selbstfürsorge und die Bedeutung von Supervision

     

    4. Umgang mit der Kulturgebundenheit von Klienten, Beratern und Dolmetschern

    • Kulturspezifische Erwartungen an die Beratung
    • Dolmetscher als Kulturvermittler
    • Interkulturelle Kommunikation (die Falle der Erwartungshaltungen; positive und negative Stereotypien)

     

    5. Umgang mit Rollenerwartungen von Klienten und Therapeuten 

    • Rollen- und Loyalitätskonflikte
      • „Sag’ es nicht weiter ….“ - Umgang mit Geheimnissen
      • Selbstreflexion der Dolmetscher-Rolle
      • Motivation für die eigene Tätigkeit in diesem Arbeitsfeld

       

       

       

      6. Überblick über die aktuelle Fachliteratur

        

      Die Fortbildungsinhalte werden durch Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlicht und in praktischen Übungen wie z. B. Rollenspielen vertieft.
      Auf Wunsch können auch weitere Themen wie:
      Rechtliche Rahmenbedingungen des Dolmetschens, ethische Fragen, Finanzierungsfragen, Rechtssituation der Flüchtlingsklientel und Auswirkungen auf den Therapie-Prozess oder Übersetzen bei Behörden in der Fortbildung behandelt werden.